Pro Humanis: Wenn jede Sekunde zählt – Neuer Lebensrettungskoffer fürs Lüttfeld-Berufskolleg
Ein Herzstillstand. Ein Atemstillstand. Sekunden können über Leben und Tod entscheiden – auch mitten in einer Schule. Das Lüttfeld-Berufskolleg in Lemgo ist auf genau diesen Moment vorbereitet. Dank eines neuen, professionellen Lebensrettungskoffers inklusive Defibrillator kann der Schulsanitätsdienst ab sofort schneller und besser agieren als je zuvor.
Wie 22 regionale Sponsoren gemeinsam dafür sorgen, dass der Schulsanitätsdienst in Lemgo jetzt noch schneller helfen kann.
Ein Herzstillstand. Ein Atemstillstand. Sekunden können über Leben und Tod entscheiden – auch mitten in einer Schule. Das Lüttfeld-Berufskolleg in Lemgo ist auf genau diesen Moment vorbereitet. Dank eines neuen, professionellen Lebensrettungskoffers inklusive Defibrillator kann der Schulsanitätsdienst ab sofort schneller und besser agieren als je zuvor.
Medizinische Notfälle machen auch vor Bildungseinrichtungen keinen Halt. Auf dem weitläufigen Schulgelände des Lüttfeld-Berufskollegs – mit mehreren Gebäuden, die nicht alle miteinander verbunden sind – bedeuten lange Laufwege im Ernstfall wertvolle Zeit, die niemand hat. Aus diesem Grund wurde die medizinische Ausstattung des Schulsanitätsdienstes jetzt erheblich aufgewertet: mit einem modernen Lebensrettungskoffer, der Erstversorgung auf professionellem Niveau ermöglicht.
Das Herzstück: Der neue Lebensrettungskoffer
Der neue Koffer ist weit mehr als ein gewöhnlicher Verbandkasten. Beim Öffnen löst er automatisch Alarm aus und sendet umgehend einen Notruf an die Einsatzkräfte – so wissen diese sofort, wo sich der Koffer und damit auch der Patient befindet. Im Inneren befindet sich neben hochwertigem Verbandsmaterial ein Defibrillator, der im Fall eines Herzstillstands lebensrettend eingesetzt werden kann.
Zur vollständigen Ausstattung gehören außerdem ein Blutdruckmessgerät, ein Blutzuckermessgerät sowie ein Sauerstoffsättigungsmessgerät zur Messung der Vitalzeichen – alles, was für eine professionelle Erstversorgung gebraucht wird.
Beim Öffnen löst der Koffer automatisch Alarm aus und sendet einen Notruf an die Einsatzkräfte – so wissen diese sofort, wo sich der Defibrillator und damit auch der Patient befindet. Die Fachleiterinnen Makrina Kröger und Yvonne Budde haben dabei jederzeit ihr Handy griffbereit: „Falls einer der Schüler im Einsatz mal nicht weiter weiß, können wir ihm so jederzeit helfen", erklärt Kröger.
Ein engagiertes Team – täglich bereit
Hinter dem Schulsanitätsdienst des Lüttfeld-Berufskollegs steckt echtes Herzblut. Unter der fachkundigen Leitung von Makrina Kröger und Yvonne Budde sind 20 Schülerinnen und Schüler montags bis freitags von 7:50 bis 14:30 Uhr für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler im Einsatz. Ihr Handy ist dabei jederzeit eingeschaltet – sie sind erreichbar, wenn es darauf ankommt.
Ihre Aufgaben sind vielfältig: Medikamente verabreichen, Wunden versorgen, Verbände anlegen, Vitalzeichen kontrollieren und im Ernstfall Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten. Auch Reanimationen sowie der fachgerechte Einsatz des Defibrillators gehören zum Repertoire des Teams.
Alan Al Khalil ist seit zwei Jahren dabei: „Als sich ein Freund von mir im Unterricht verletzt hat, konnte ich ihm nicht helfen. Das wollte ich ändern und bin jetzt froh, im Fall der Fälle handeln zu können." Auch der 19-jährige Danylo Vlasenko, der sich in seinem ersten Jahr im Sanitätsdienst engagiert, bringt es auf den Punkt: „Ich möchte Menschen helfen, und so kann ich das am besten tun."
Regelmäßige Schulungen – professionell und praxisnah
Gutes Equipment allein reicht nicht. Das Sanitätsteam wird regelmäßig geschult – sowohl intern als auch in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz in Lemgo. Zu den Ausbildungsinhalten gehören die jährliche Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse, Reanimationstraining sowie der gezielte Umgang mit dem Defibrillator. Darüber hinaus lernen die Schülerinnen und Schüler den professionellen Umgang mit Blutdruck- und Blutzuckermessgeräten sowie die Kontrolle der Sauerstoffsättigung.
Gemeinschaftliches Sponsoring – lokale Solidarität in Aktion
Das Projekt ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was entsteht, wenn eine Gemeinschaft an einem Strang zieht. 22 Sponsoren aus dem Kreis haben gemeinsam die Finanzierung des neuen Lebensrettungskoffers ermöglicht. Organisiert wurde das Sponsoring gemeinsam mit dem Unternehmen Caritiva, das auf soziales Sponsoring spezialisiert ist und lokale Unternehmen mit sozialen Einrichtungen zusammenbringt. Der erste Defibrillator des Lüttfeld-Berufskollegs wurde noch aus Eigenmitteln der Schule finanziert – der zweite ist nun das Ergebnis dieser Gemeinschaftsleistung.
Schulleiterin Andrea Brasch betont die Bedeutung der neuen Ausstattung: „Es hat schon einige Kreislaufprobleme gegeben, bislang noch keinen Herzstillstand. Mit einem zweiten Defibrillator sind jetzt die Wege im Notfall deutlich kürzer."
Warum ein Defibrillator nicht gefährlich ist – und jeder helfen kann
Viele Menschen zögern im Ernstfall, weil sie Angst haben, mit einem Defibrillator etwas falsch zu machen. Diese Sorge ist unbegründet. Das Gerät analysiert selbstständig den Herzrhythmus und gibt nur dann einen Stromstoß ab, wenn er medizinisch notwendig ist. Zwei kleine Pads werden auf die Brust der betroffenen Person geklebt – das Gerät übernimmt dann die Steuerung und gibt klare Sprachanweisungen. Wer ruhig bleibt und auf das Gerät hört, kann nichts falsch machen.
Wenn der neue Lebensrettungskoffer am Lüttfeld-Berufskolleg geöffnet wird, ruft er automatisch Hilfe und löst eine Sirene aus. Er ist gezielt so konzipiert, dass auch Ersthelfer ohne medizinische Ausbildung sicher damit umgehen können.
Vorbereitet sein, wenn es darauf ankommt
Das Lüttfeld-Berufskolleg zeigt, wie vorausschauendes Handeln und regionales Engagement gemeinsam etwas Sinnvolles bewegen können. Professionelle Notfallausrüstung ist keine Frage des Luxus – sie ist eine Frage der Verantwortung gegenüber allen Menschen, die täglich in einer Einrichtung lernen, lehren und arbeiten.
Ob Berufskolleg, Grundschule, Senioreneinrichtung oder Sportverein: Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, kann es zu medizinischen Notfällen kommen. Mit dem richtigen Equipment und einem gut geschulten Team lassen sich diese Situationen deutlich besser meistern – und im Zweifel Leben retten.



